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Projektionen

Aktualisiert: 3. Jan. 2021

Reden wir über Projektionen. Ist das, was Du siehst, echt? Oder ist Deine aktuelle Sicht auf die Dinge eher ein Konstrukt? Ein Entwurf, wie Du die Situation lieber gerne haben würdest? Carl Gustav Jung sah Projektionen als Vorgang, das Eigene im anderen sehen zu wollen. Nur wenn diese Projektionen als Symbolträger durchschaut werden, gelingt es, sie von den wirklichen Eigenschaften zu unterscheiden. Aber wie gelingt uns das?



Zuerst müssen wir lernen, interpretierte Gefühle von echten zu unterscheiden. Traurig sein, wütend oder frustiert, fröhlich und ausgelassen sind echte Gefühle. Ein interpretiertes Gefühl gibt eine Wertung zu einer Situation im Aussen. Zum Beispiel: "Ich fühle mich übergangen, ausgenutzt, nutzlos". Vielleicht ist es so, vielleicht aber auch nicht. Mit den Projektionen ist es genau so. Wir sehen eine Situation, wie wir sie sehen wollen. Nicht unbedingt, wie sie wirklich ist. Hier kommen ungestillte Bedürfnisse ans Licht. Denn jede Projektion und jedes Gefühl basiert auf einem Bedürfnis. Negative Gefühle resultieren aus einem nicht erfüllten Bedürfnis. Wenn wichtige Bedürfnisse zu lange nicht gestillt werden, entwickeln wir daraus negative Glaubenssätze. "Ich bin nicht gut genug." "Das kann ich nicht." "Nie hört man mir zu." "Nie klappt es bei mir." Diese mutieren, wenn sie lange genug genährt werden, zu kleinen Dämonen. Sie geistern in unserem Kopf herum und verlangen Aufmerksamkeit.

Diese kleinen Biester lassen sich nicht so einfach ruhig stellen. Schon gar nicht, wenn wir versuchen, sie mit nur kleinen Portionen zu füttern, damit sie endlich Ruhe geben. (Dazu kannst Du mehr nachlesen im Buch "Den Dämonen Nahrung geben" von Tsültrim Allione.)

Wenn wir ungestillte Bedürfnisse nicht richtig wahrhaben wollen, wenn wir sie übergehen und versuchen, darüber hinweg zu täuschen, dass sie da sind, gehen sie nicht einfach weg. Wenn die Stimmen nicht verstummen, dass da mehr sein müsste, das es anders sein müsste, dann ist es Zeit, dass Du Dich damit auseinandersetzt, was Du wirklich brauchst.

Als nächsten Schritt visualisierst Du, welche Eigenschaften, die Du bereits besitzt, Dir in Deiner Situation helfen können. Sei versichert, dass Du bereits alles in Dir trägst, was Du benötigst, um sie aufzulösen. Visualisiere Deine Kräfte, Deine Ressourcen, Deinen inneren Helfer. Mach Dir ein Bild davon - ganz detailliert. Wenn Du Deine Fähigkeiten erst kennst, lass sie wachsen und stärker werden. Sie werden beginnen, Dich zu tragen. Und sie werden Dich aus dieser Situation herausführen - hin zu Deinem Ziel. Wie verlockend sind Deine Projektionen dann noch? Sind sie bereits etwas fahl geworden?


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